dLETEREN MACH 1

Der belgische Volkwagenimporteur d´leteren Freres S.A., in Brüssel beheimatet, fertigte die Endmontage der für Belgien bestimmten Fahrzeuge. Ende 1964- Anfang 1965 drohte der damalige VW-Chef Heinrich Nordhoff d´leteren Freres S.A. mit einem Vertragsentzug.


Was war passiert?

Der belgische Importeur hatte sich im Alleingang als Käfer-Friseur betätigt und das war überhaupt nicht im Sinne der VW-Leitung, nicht zuletzt wegen evtl. Garantieforderungen im Schadensfall.

Schließlich waren die 34 PS des Käfer 1200 absolut ausreichend. Der frisierte Streitpunkt, von den Belgiern "Mach 1" genannt, wich dann auch erheblich von den Serienprodukten ab.

 

D´leteren arbeitete damals mit der Firma Oettinger zusammen, diese hatte den Motorkit TSV 1300 entwickelt, die den 1200er Motoren zu echten 50 PS verhalfen.

Das war genau das Richtige für d´leteren. Die TSV 1300-Anlage verfügte über eine Zweivergaser-Anlage (Vergaser Solex 32 PBIC) mit Naßluftfiltern, 2 Spezial-Zylinderköpfen mit getrennten Einlaßkanälen und größeren Einlassventilen sowie natriumgefüllten Auslassventilen, Oettinger-Spezialkurbelwelle mit angeschmiedeten Gegengewichten und einem Fliehkraftzündverteiler. Die Verdichtung lag bei 8:1. Der Hubraum vergrößerte sich auf 1285 cm³. Als Kraftübertragung verwendeten die Belgier die verstärkte Kupplung des VW-Bus. Auch vor dem Fahrwerk machte d´leteren nicht halt.

Ein Stabilisator an der Vorderachse, negativer Sturz an der Hinterachse in Verbindung mit rundherum 4,5 Zoll breiten Porsche 356-Felgen sorgten für ein Fahrwerk, welches den gesteigerten Fahrleistungen gewachsen war.

 

Der frisierte Käfer sollte auch optisch seinem Namen alle Ehre machen. So unterschied sich der "Mach 1" vom Serienbruder durch einen weißen Streifen über die gesamte Karosse und "Mach 1"-Emblemen an den Seitenteilen.

 

Die lieferbaren Farben waren Javagrün und Rubinrot.

 

Weitere Highlights waren schwarze Kunstledersitze, ein matt-schwarz lackiertes Armaturenbrett , Typ 3 Lenkrad, 160 km/h-Tacho, Drehzahlmesser und Ölfernthermometer. Der damalige Verkaufspreis lag bei ca. 6.900,- DM.

Vom "Mach 1" wurden bis zum Nordhoff-Veto 200 Exemplare gebaut, lediglich ein originales Exemplar wurde erstmals beim European Bug In 2007 gesichtet!

 

Gibt es noch weitere Mach 1, die überlebt haben?

 

 

dLETEREN GEMINI

 

1971 gab es bei d´Leteren dann noch einen "Mach 1" Nachfolger. Der "Gemini-Käfer" wurde inspiriert durch das Gemini-Raumfahrt-Programm der NASA in den 60er Jahren.

 

D'Leteren Gemini LogoDie speziellen Ausstattung der Edition bestand aus 4-Loch Lemmerz Sprintstar Felgen, gelben Nebelscheinwerfern, einer Spezial-Lackierung in blau-metallic und Stickern mit dem Logo in Form einer Rakete. Unseren Informationen nach hatte der Wagen lediglich einen 1300 cm³ AB-Motor. Über genaue Stückzahlen ist nichts bekannt. Produziert wurde die Spezial-Edition nur einen Monat: Im Juni 1971!

Merci bien an Fred (Fastfred) Peeters von autobahn.be für diese Info!