RIECHERT

RIECHERT Motorentechnik - das steht für mehr als 45 Jahre Erfahrung und Kompetenz auf dem Gebiet der Vergasertechnik für VW-Motoren.

 

Der Dipl. Ingenieur Bernd Riechert aus Sachsen-Anhalt begann Anfang der 60er-Jahre als ehemaliger SOLEX-Versuchsingenieur sich in der Menzelstr. 12 im Essener Vorort Holsterhausen selbstständig zu machen.


Seine erste Zwei-Vergaseranlage auf dem Markt basierte auf den SOLEX 34 PCI-Vergasern, welche serienmäßig in Fahrzeugen wie dem BMW 700, NSU Prinz und Borgward Arabella Verwendung fanden und daher leicht verfügbar waren.


Diese so genannte „SPEED REX“-Zweivergaseranlage wurde in den folgenden Jahren vom 1200er bis zu den 1500er Motoren und später sogar den 1300/1600er Motoren des VW 1302/1303 ausgebaut, sowie den abgastechnischen Gegebenheiten der EU-Abgasnorm ab Oktober 1970 angepasst.


Ein 1300er erreichte so 1966 46 PS bei 4.000 U/min und brachte den Käfer auf eine Höchstgeschwindigkeit von 132 km/h. Der Sprint von 0 auf 100 km/h war in 20 Sekunden erledigt. Immerhin 4 Sekunden schneller als ein Serien-1300er.


Ein 1600er mit Doppelkanal-Zylinderköpfen (1302 LS und 1303) brachte mit dieser Anlage 1971 59 PS bei 4.400 U/min. Die komplette Anlage stand mit 438 DM in den Riechert-Prospekten. In 16,6 Sekunden kam man so auf 100 km/h und erreichte 145 km/h Spitze. Für die empfehlenswerte kleine Ölkühleranlage waren zusätzlich 437 DM zu berappen. Größter Vorteil dieser Anlage war das über den gesamten Drehzahlbereich verbesserte Ansprechverhalten, Beschleunigungsvermögen und die für den versierten Bastler einfache Montage.

 

Noch heute ist diese mit einer aufwändigeren Ansauggeräuschdämpfung versehene Anlage bei RIECHERT erhältlich!


Den ersten Schritt zur weiteren Aufrüstung machte RIECHERT im Jahre 1969 noch auf Basis eines 1500er H-Motor: Unter Verwendung der 32 NDIX-Zenith PORSCHE-Vergaser, für das er ein Gutachten erhielt, ging es Richtung 1,6-Litermotor mit VW-Bus Kolben/Zylinder.


Diese Entwicklung wurde jedoch eingeholt von der werksseitigen Aufrüstung der VW-Boxermotoren:
Mit der Einführung der schon erwähnten „Zweikanal-Motoren“ im Jahre 1971 standen 1600 ccm-Typ-I-Motoren aus dem 1302 zur Verfügung.


Jetzt setzte man in Velbert auf die SOLEX 40 PII-4 Doppel-Vergaseranlage und ließ sich dafür ein TÜV-Gutachten mit 63 PS erteilen. Möglich waren „Europa-Test“-Gutachten immer nur in Verbindung mit zwei auf die Serienauspuffanlage aufgesteckten Auspuffschalldämpfer, die seitlich an den Ventildeckeln vorbei geführt wurden.

Diese Anlage ist bis heute ebenfalls noch erhältlich.



Selbstverständlich war es möglich mit Aufkommen der „Big-Bore-Kits“ die serienmäßigen 1,6 Liter nach oben zu treiben. Unter Verwendung rollengelagerter Kurbelwellen von S.P.G. in Metzingen mit Hüben von 76, 78 und 82 mm waren 2 Liter Hubraum und darüber auch Wettbewerbsmotoren machbar.


Das galt anschließend auch für die nächste Generation der luftgekühlten Boxer aus dem Hause VW:

 

Die zuvor erwähnten Vergaser fanden weiter Verwendung in der nächsten Leistungsstufe mit dem Einbau des VW-Typ 4-Motors aus dem Porsche 914 bzw. VW 411/VW 412 oder VW T2-Bus. Das erste Projekt fußte auf einem 2-Liter „GB“-Motor.


10.000,- DM waren 1973 auf den Tisch des Hauses in Velbert zu legen, wollte man so einem Opel Commodore GS oder einer Alfa Romeo Giulia Super davonfahren. Mehr also, als der Neupreis für einen 1303 (ca.7.800,- DM)!
Dennoch: Mit einer Leistung von exakt 100 PS bei 5.00 U/min , einem Drehmoment von 160 Nm bei 3.200 U/min und einer Beschleunigung von 0 auf 100 km/h in 10,7 Sekunden war man(n) der Wolf im Schafspelz.
Anfangs lag der üppige Typ-4-Auspuff dabei noch außen unter der Heckstoßstange. Diesen Anblick konnte man genießen, wenn der
RIECHERT-Käfer mit 173 km/h Spitzengeschwindigkeit auf der Autobahn davonzog.


Eine besondere Lösung konstruierte RIECHERT für den Boxermotor bereits im Jahre 1968: Als Alternative zur serienmäßigen Luftkühlung und ihrer bekannten Nachteile bei großvolumigen Motoren trieb ein langer, über Riemenscheiben um 90° umgelenkter Keilriemen ein liegendes Porsche-Gebläserad nebst 650 Watt-Drehstromlichtmaschine an.

 

Diese einmalige Entwicklung kam dann für den TYP-4-Motor wie gerufen. Eine Lösung, die PORSCHE übrigens später selbst bei seinen Motoren (917) umsetzte.

 

Vorbild war hier der Motor der Chevrolet Corvair (gebaut von 1960 bis 1969 in Ypsilanti/Michigan), die als heckgetriebenes Coupé, Cabrio, Limousine oder gar Kleinbus (!) mit luftgekühltem 6-Zylinder-Boxermotor nicht nur das Design der NSU-Prinz II beeinflusste, sondern zu besonders zweifelhaften Ehren kam:

Untypisch für das amerikanische Automobiltechnikverständnis und den „way-of-drive“, war diese Heckmotorkonstruktion nicht ganz untückisch.
Ein amerikanischer Rechtsanwalt Ralph Nader, der sich auf Schadenersatzklagen gegen GM verstiegen hatte, prägte so den Begriff „unsave at any speed“.



< Liegendes Gebläse mit Keilriemenantrieb: 150 PS mit Turbolader

 

Eine weitere Spezialität sind und waren die passenden Ölkühleranlagen aus dem Hause RIECHERT. Anfangs noch mit separater Ölpumpe und später Automatik-Ölpumpe im Nebenstrom laufend, verfeinerte RIECHERT seine wirksamen Temperatursenker hin zum „Full-Flow-System“, in dem das Öl zunächst durch einen Ölfilter im Hauptstrom floss, um bei erhöhter Temperatur durch einen Membran-Thermostat nach vorn zum Ölkühler zu gelangen.


Je nach Motorgröße sind auch heute noch 3 Größen im Angebot (360, 520 und 675 mm):

 

Noch heute ist Bernd Riechert, der nach dem von Mauerfall von Velbert wieder in seine alte Heimat nach Barleben zog, gut im Geschäft. Viele alte Vergaseranlagen sind aufzuarbeiten und zu restaurieren. Dafür werden umfangreiche Reparatur-Kits eingesetzt und auf Wunsch auch für den „Selbstschrauber“ geliefert, die alles enthalten, was die „Old-School“-Vergaser wieder flott macht.

 

Wir danken an dieser Stelle Herrn Ing. Bernd Riechert ganz herzlich für seine persönliche Unterstützung bei unseren Recherchen!


Damalige Anschrift: Ing. Bernd Riechert | Menzelstr. 12 | 43 Essen-Holsterhausen

 

Heutiger Kontakt: Riechert-Motorentechnik | Kastanienhof 32 | 39179 Barleben | Tel: 039203.62300
| Fax: 039203.62308 | Email: riechert.tuning@t-online.de | Web: www.riechertmotorentechnik.de