BLANK

Arthur BlankDer Schweizer Tuner, dessen Käferkreationen auf dem Volkswagenstand des 37.Genfer Automobilsalon im April 1967 für Aufsehen sorgte. Arthur Blank, Schweizer Tourenwagenmeister, erschuf in gemeinsamer Arbeit mit renommierten Frisierkünstlern den Blank-1600 S (Super) und Blank 1600 RS (Renn-Super) für den sich damals immer mehr entwickelnden Clubsport. Während die "zahme" S-Version gleichermaßen für Sportzwecke und Alltagsgebrauch geeignet war, wurde der 1600 RS speziell für die Rennstrecke gebaut. Für beide Versionen wurden garantiert fabrikneue Fahrzeuge und originale VW-Ersatzteile verwendet. Arthur Blank wählte für seine Renner als Basismodell den "neuen" VW Käfer 1500 mit Scheibenbremsen an der Vorderachse, Vierlochfelgen und 44 PS-Motor. Bei Anlieferung von Motoren mit Laufleistungen bis 3.000 Kilometern lieferte Blank den S-Motor frisiert im Austausch für DM/sfr 1.850,- und den RS-Motor für DM/sfr 3.950,-.

 

Blank 1600 S (SUPER)
Hubraum : 1584 cm3
Leistung : 60 PS
Höchstgeschwindigkeit : ca. 140 km/h
Preis 1967 : DM/sfr 8.750,-

 

Ein Blank 1600 S wurde 1968 von Peter Sauber gekauft und bei diversen Rennveranstaltungen eingesetzt, so z.B. bei Bergrennen und beim Arosa Schneeslalom. Der nächste Schritt von Sauber war die selbstkonstruierte sogenannte "Käseschnitte", ein Käferchassis mit Kunststoffkarosserie. Was in den nächsten Jahren noch folgen sollte wird als bekannt vorausgesetzt.

 

Blank 1600 RS (RENN-SUPER)
Der Basismotor des VW Käfer 1500 wurde mit den Kolben und Zylindern des VW 1600 auf den gewünschten Hubraum gebracht. Mit einer Spezialnockenwelle von Albert, größeren Ventilen, 2 Solex-Doppelvergasern Typ PBCI 34 und kurzen,geraden Ansaugrohren mit doppelten Kanälen wurde die Füllung der Zylinder verbessert. Beim 1600 RS betrug die Kompression 10,4:1 , weiterhin wurden der Kurbeltrieb und alle rotierenden Teile genauestens überarbeitet und ausgewuchtet. Herr Blank tauschte den Verteiler gegen ein fliehkraftgeregeltes Exemplar und montierte unter dem Motor einen großflächigen Zusatzölkühler der im harten Rennbetrieb die Öltemperatur im Griff hatte. Die Leistung dieses Motor wurde mit 84 PS angegeben. Die Höchstgeschwindigkeit des RS betrug 186 km/h bei 5.800 u/min und einer offenen Auspufftrompete.

 

Arthur Blank überarbeitete selbstverständlich auch das Fahrwerk gründlich. Zahlreiche Detailänderungen wie ein negativer Sturz an der Hinterachse, Frontstabilisator mit größerem Durchmesser, Heckstabilisator, Distanzscheiben, Koni-Stoßdämpfer und umgeschweißte 5½-Zoll breite Stahlfelgen mit Dunlop-Racing Reifen verliehen dem Käfer eine sichere und extrem gute Strassenlage sowie ein spektakuläres Aussehen.

 

Je nach Wunsch konnte die Rennzubehör-Liste erweitert werden.

 

Lieferbar waren:

Stabilisierungsflossen an den vorderen Kotflügeln; Lufthutzen; Überrollbügel; Fußstützen; Motordeckelstützen unter dem Verschalungsblech; Schalensitze; Rennlenkräder; Tourenzähler; Ölmanometer; Spezialschalthebel; Spezialrückspiegel; Spezialfelgen und Sperrdifferentiale.

 

Der spektakuläre Auftritt des 1600 RS wurde noch durch seine außergewöhnliche "Kriegsbemalung" verstärkt. Die Front wurde je nach VW-Originalfarbe schwarz oder weiß lackiert. 2 rote Streifen auf der Kofferraumhaube, Streifen auf dem Dach sowie der Motorhaube und "Blank 1600 RS" - Aufkleber an den unteren Seitenteilen signalisierten: Platz da!

 

Kommen wir nun abschließend noch zum "heißesten" Blank-Käfer, den Blank 1600 RSP (RENN-SUPER-PLASTIK)

 

"Das Schreckensgespenst aller Schweizer Tourenwagenfahrer" war ein Einzelstück und wurde von Arthur Blank persönlich bei Berg- und Straßenrennen gefahren. Doch was unterschied den RSP vom "normalen" RS?

 

In einem persönlichen Gespräch mit A. Blank kamen folgende Informationen ans Tageslicht:

Das Fahrgestell stammte von einem Käfer 1300 Baujahr 1965 und wurde mit einer Käferkarosse des Baujahr 8/66 - 7/67 versehen. Der Motor basierte auf dem RS-Aggregat, leistete jedoch 87,5 PS bei 5.200 U/min und erreichte eine Höchstgeschwindigkeit von 204 km/h.

 

Komplettiert wurde der Antrieb mit einem Porsche 356-Getriebe. Die Karosserie wurde durch die Verwendung von Kunststoffteilen erleichtert, so daß das Gesamtgewicht nur noch 520 kg betrug. So waren beide Hauben, beide Türen, alle 4 Kotflügel und sogar das Dach aus GFK gefertigt, die Scheiben waren aus Plexiglas. Um eine schnellere Betankung zu realisieren wurde der Tankeinfüllstutzen verlängert und dieser war durch eine Öffnung in der Fronthaube erreichbar. Mit einem Leistungsgewicht von 5,7 kg/PS lief dieser verkappte Rennwagen selbst schnellen GT-Wagen auf und davon.

Alle am RSP verwendeten Kunststoffteile konnten von jedermann bezogen werden.

 

Die damaligen Preise:

  • Kunststofftür DM/sfr 195,-
  • Kotflügel vorne mit Korb DM/sfr 125,-
  • Kotflügel hinten DM/sfr 75,-
  • Frontdeckel DM/sfr 125,-
  • Motordeckel DM/sfr 95,-
  • Dach komplett DM/sfr 240,-

 

Stückzahlen der gebauten Fahrzeuge:

Blank 1600 S :     6 Exemplare (verschollen)

Blank 1600 RS :  3 Exemplare (verschollen)
Blank RSP :         1 Exemplar (verschollen)

 

Wer von der Existenz eines originalen Blank-Käfers weiß, möge sich bitte mit uns in Verbindung setzen.

 

 

Leider konnten wir Arthur Blank† nicht mehr persönlich für seine maßgebliche Hilfe danken. Ohne seine Informationen und Fotos hätte sich diese Seite niemals so voller persönlicher Erinnerungen präsentiert.

 

 

BLANK 1600 RS ::: Die Wiedergeburt