Tiffany's *16th Racing Organisation

Der wohl erste Käferclub für (frisierte) Wolfsburger in Deutschland!

Und hier ist die Story dazu von einem seiner prominentesten ehemaligen Mitglieder Walter Lais (LaisPower):

„Ich war 1968 mit einigen Kumpels im Urlaub in Spanien (erster Urlaub mit frisch erhaltenem Führerschein). Dort gab es eine "Super-Disco", welche “Tiffany“ hieß und wir waren mit unseren Käfern jeden Abend dort.

Zurück in Deutschland gründeten wir die "Tiffany's *16th Racing Organisation" mit dem Zeichen der spanischen Disco. Zu der Zeit waren wir ca. 10 Käferfahrer; alle mit leicht bis schwer frisierten Käfern.

 Die Jungs vom Klicken für mehr Bilder…

1970 fuhren wir wieder mit einigen Käfern nach Spanien in den Sommerurlaub, alle beklebt mit unseren Tiffany-Aufklebern. Weil wir so große Angeber waren, versuchten wir immer am Abend einen Parkplatz für alle unsere Käfer neben-einander direkt vor der Disco zu bekommen.

Am 3. oder 4. Abend kam dann der Discogeschäftsführer und machte ein riesiges Theater, weil wir das Zeichen und den Namen seiner Disco unerlaubt verwendet hätten. Wir hatten nach seinen Drohungen einen Mordsrespekt und entfernten alle diese Aufkleber von unseren Autos.


Jedoch wieder zurück in Deutschland beklebten wir unsere Käfer erneut. Da sich jedoch diese Gruppe bald auflöste und wir auch wegen Studium und anderen Dingen keine Zeit und Geld mehr für "Racing" hatten, schlief die "Tiffany's *16th Racing Organisation" ein“.

„Tiffy lebt"

Den Käferfriseuren ist es gelungen, einen letzten Überlebenden dieser Käfer-Gang im Fränkischen aufzuspüren. Ein 1970er 1302 aus dem Besitz des leider bereits verstorbenen Gerhard Adam aus Esslingen. Walter Korn kaufte den Wagen, nachdem er unberührt über zwei Jahrzehnte in einer Garage bei Esslingen überlebt hatte.

Mittlerweile mit einem leistungsfähigen 2,0 Liter Kummetat-Motor und einer authentischen Sauer&Sohn-Vergaseranlage (SOLEX 40 PII) ausgestattet, nimmt der Wagen wieder regelmäßig an Oldtimer-Rallyes teil.

Mehr Informationen findet Ihr auf www.tiffany-racing.de

 

LAIS POWER

Dipl. Ing. Walter Lais, Bj. 1951, begann seine Karriere im Jahr 1974 mit dem meistgebauten Auto der Welt und konvertierte neben dem professionellen Schrauben an anderen europäischen Marken zum Beginn der 80er Jahre zum Inhaber einer Ferrari-Handlung in Stuttgart. In seinem alten Firmensitz Esslingen feierte er im Sommer 2004 mit etlichen Ferraristi das 30-jährige Bestehen seines Unternehmens.

Schon als Student wollte er zügig vorankommen. Was lag da näher, als nach dem Auto zu greifen, das zum Beginn der 70er Jahre quasi in jeder Straße stand. Seine Frisierkünste sprachen sich im Freundes- und Bekanntenkreis schnell herum und so wurde der damalige Student zum „Nebenerwerbs-Tuner“.

Insofern war es fast zwangsläufig, dass seine Prüfungsarbeit sich mit Nockenwellen, Steuerzeiten und Ventilerhebungskurven beschäftigte. Als er dann seinen „Dipl. Ing.“ in der Tasche hatte, gründete das noch heute existierende Unternehmen „LAIS POWER“ für Sport- und Rennmotorentechnik.

Beim Käfer blieb es nicht. Alfa Romeo, Lancia, Austin, Fiat, Opel und Ford wurden nicht vom Werkstatthof der Tankstelle in Esslingen gewiesen. 1976 leistete sich Lais einen Lancia Stratos, dem anschließend ein 365 GTB 4 mit 340 PS folgte. Der Weg zum Ferrari-Händler war damit nach Ende der Exclusiv-Vertretung von Auto-Becker in Deutschland geebnet.

In dem Jahr begann auch die Ära des VW Golf. Speziell für den GOLF 1/Scirocco und BMW 1502 – 2002 gab es Ende der 70er bei „LAIS POWER“ Tuning-Angebote, die nicht nur die Motoren, sondern auch diverse Fahrwerks- und Karosserie-Kits beinhalteten.

Doch zurück zum Käfer:
Erste Erwähnungen seiner Schaffenskraft finden sich in "sport-auto" im Jahre 1975. Lais konstruierte aus eigener Tasche einen Quartermile-Käfer mit der Startnummer „13“, dessen GFK-Karosse mit Hilfe der Auspufffirma Eberspächer angefertigt, aus mehreren Einzelteilen laminiert und zusammengesetzt wurde. Das Chassis wurde ausschließlich als Rohrrahmengestell aufgebaut und das gesamte Fahrzeug wog so nur 403 kg . Leider wurde das Fahrzeug bei einer Ausstellung eines Käfer-Clubs in Aalen/Württemberg stark beschädigt und nicht wieder aufgebaut.

Der Motor blieb jedoch bis heute erhalten. Es handelt sich um ein 2.232 cm³-Aggregat mit 92mm Bohrung (SCAT-Kolben) und 84mm Hub (SCAT-Kurbelwelle). Die Pleuel wurden vom GM Chevrolet entnommen und angepasst. Die Nockenwelle kam ebenfalls von SCAT und war mit 324° und 11,5 mm Ventilhub als extrascharf zu bezeichnen. Übertragen wurden die Befehle dieser Nockenwelle mittels Sauer&Sohn Leichtbau-Stößelstangen. Auch der Schlangenauspuff kam aus Dieburg an der Lahn. Das Gemisch wurde mit 11,4 : 1 verdichtet nachdem es von zwei WEBER 48 IDA produziert worden war und seinen Weg durch die 44 mm-Einlassventile (45 mm Auslass) gefunden hatte. Macht etwas über 180 PS bei 7.500 U/min.

Das Filetstück an diesem Motor ist allerdings die Doppelzündung:
Beim üblichen Zuschweißen und Versetzen der Zündkerzenbohrungen wurde vis-à-vis gleich eine zweite Zünderkerze in den Brennraum gesetzt und mit einem Griff ins Alfa-Romeo-Regal ein Magneti-Marelli-V8-Zündverteiler vom Mondial für die Befeuerung ausgewählt. Der Grund für diese aufwendige Konstruktion war eine Anregung seines UNI-Professors, der während Lais’ Studienzeit empfahl, die Zündprobleme im Teillastbereich der damaligen Einbereichs-Zündkerzen so zu umgehen.

Mit Erfolg:
Noch heute ist der Motor leicht verändert in Lais’ 68er-Straßenkäfer im Einsatz, wenn er ihn der alten Zeiten Willen mal wieder aus der Garage holt…

Lais nutzte also prinzipiell auch Teile, die es schon zu kaufen gab. Auch seine „legal“ getunten Käfermotoren wurden mit Teilen der bekannten VW-Tunerkollegen TDE, Riechert, Sauer&Sohn und S.P.G.-Kurbelwellen aus Metzingen aufgebaut.

So wurden seinerzeit Motor-Kits für 1300/1500er mit 59/65 PS incl. Einbau als Einsteigermotoren angepriesen. Für 1.100,-- DM war man dabei.

Die „goldene Mitte“ bestand dabei aus einem 1600 cm³-Aggregat. Ausgestattet mit einer 308°-Spezialnockenwelle, umgearbeiteten Zylinderköpfen (kugelförmiger Brennraum mit erhöhter Verdichtung) und einer 32 NDIX-Zenith Doppelvergaseranlage leistete diese Motor 75 PS. 2.100,-- DM kostete dieses Kit Mitte der 70er.

Als Spitze der Käfermotorentwicklung wurde ein 2,7-Liter-Boxer mit Doppelzündung, Trockensumpf, Einspritzung oder Kompressor mit über 250 PS für den Wettbewerb angeboten. Preis? Natürlich nur auf Anfrage…

Bis zu 80 Käfermotoren sind so von ´74 bis zum Beginn der 80er bei LAIS POWER mit seinen anfangs vier Mitarbeitern entstanden.

Wenn man Ihn heute in seiner Ferarri-Vertretung besucht, merkt man, dass am einen echten Motor-Ingenieur vor sich hat, der seine Vergangenheit nicht verleugnen kann und immer noch begeistert an historischen Rennwagen schraubt.

 

Für die Informationen geht unser Dank an Martin Bisplinghoff!